Downloads Mattis Brodersen
Bilder und Texte als Einzeldateien oder ZIP Datei.
Neues Album FERING
Von Föhr in die Welt. Mattis Brodersen veröffentlicht sein neues Album. Auf Fering.

Mattis Brodersen ist ein Junge von Föhr. Sune, wie man dort sagt, und damit kommen wir auch schon zur Sache: Mattis singt auf Fering, seiner Muttersprache. Fering (sag: Ferring), das nur auf der Nordseeinsel Föhr gesprochen wird, ist die nicht ganz so geheime Zutat seiner Musik, die von Fern- und Heimweh, Erwachsenwerden und Liebe handelt. Schon als kleiner Junge rannte Mattis über die Insel und gab an jeder Ecke Darbietungen traditioneller friesischer Songs zum Besten. Das mit dem Singen wurde immer mehr, das Schreiben kam dazu, und irgendwann gab es keinen Ort mehr auf Föhr, an dem Mattis nicht schon seine Songs gespielt hätte. Jetzt ist die Insel zu klein geworden, die Musik muss in die Welt, und der Junge mit ihr. Aber der Reihe nach.
Geboren ist Mattis 1996 in einem kleinen Föhrer Dorf: Reetdächer, weiße Holzzäune, Kopfsteinpflaster, eine Heimat wie aus dem Bilderbuch. Es wird Fering gesprochen, und wer nicht von hier kommt hat leider Pech gehabt, da versteht man nix. Aber die Schönheit dieser Sprache lässt niemanden kalt: Eine mystisch anmutende Sprache, mit viel rollenden R’s, kantig und holzig, sturmerprobt und doch mit einer Wärme wie ein knisterndes Kaminfeuer. Ein Lied auf Fering zu hören fühlt sich an, wie auf einem kleinen Fischerboot in glitzernder See vor der Insel zu treiben. Selbst wenn man kein Wort versteht, das Herz begreift alles. Und damit: Auftritt Mattis.
Schnelldurchlauf: Schule, Malerlehre, Weltreise, Corona, Vollbremsung. Nichts geht mehr. Aber auf einmal ist da Zeit, und eine Idee wächst: Musiker will er sein. Ed Sheeran, Passenger, John Mayer, das sind seine Helden. Er schreibt Songs auf Englisch und Fering, den Malerjob hängt er an den Nagel, erste Aufnahmen im Homestudio, Singles, eine erste Platte, 2025 dann Popkurs in Hamburg, genau, das Ding wo alle waren, Johannes Oerding, Wir sind Helden, Jan Plewka. Und Mattis Brodersen. Da steht er jetzt, mit seiner Loop-Station allein auf der Bühne, und fegt den Saal weg mit dieser kraftvollen, markanten Stimme und seiner berührenden Musik wie seinerzeit der junge John Denver:
San so widj raiset, am min lok tu finjen
Bin soweit gereist um mein Glück zu finden
Kem heer uun an do ferstäänt mi neemen?
Komme dort an und dann versteht mich keiner?
Jä ik fraai mi, wat as det heer för‘n stak snaak?
Ja ich frage mich was sprechen die hier bloß
Heer stun ik nü mä min fering uun New York
Hier steh ich nun mit meinem Friesisch in New York
heißt es in „Fering uun New York“, und damit ist der Kurs auch schon gesetzt. Und in „Letst Glees“, der erste (!) Song den Mattis veröffentlich hat und der mittlerweile zu einer inoffiziellen Hymne auf Föhr geworden ist:
Uun a wiartskaft braant noch laacht
In der Wirtschaft brennt noch Licht,
Diar huar´f aleewen sat
Da wo wir immer sitzen
Wel wi noch ian letst glees ütjdrank
Wollen wir noch ein letztes Glas austrinken
Beföör wi gung to baad
Bevor wir gehen ins Bett
Da kommt was auf uns zu. Mattis Brodersen ist auf dem Weg in die Welt, und niemand wird ihn dabei aufhalten. Vielleicht haben Die Ärzte ihm deswegen erlaubt, ihr „Junge“ auf Fering zu covern. „Sune“ ist die zweite Single seines Albums „Fering“, das am 21. November erscheint, und damit schließt sich der Kreis:
Sune, huarem heest dü do niks liard
Junge, warum hast du nichts gelernt?
Vielleicht, damit Mattis Brodersen hier sein und seine Lieder spielen kann. Etwas Besseres hätte uns gar nicht passieren können.
(Wolfgang Müller)
Mattis Bordersen – „Fering“
Erscheint am 21.11.2025
Tracklist:
01. 10 juar
02. Sune
03. Nü faarwel
04. Fering uun New York
05. Klook 8
06. Weler kem
07. Huar skal ik mi daaling sliapen lei
08. Harewstinjem
09. Hoi bi kruuger
10. Niks mä skaat
11. Heer am tu bewaarin
12. Letst glees